04.05.2021 16:08 Uhr
Westfalens Finest #1

FIFA: 'Cihan' und 'Tim Latka' unter der Lupe

von Patrick Wichmann

FIFA 21 PS4 Xbox One
Foto: EA SPORTS / VfL Bochum / FC Schalke 04
Foto: EA SPORTS / VfL Bochum / FC Schalke 04
In der Kategorie "Westfalens Finest" stellen wir einige der bekanntesten eFootball-Profis näher vor, den Auftakt machen Cihan 'Cihan' Yasarlar und Tim 'Tim Latka' Schwartmann.

Wer sich mit eSport und FIFA in Deutschland beschäftigt, kommt um Cihan 'Cihan' Yasarlar nicht herum. Der 28-Jährige ist seit vielen Jahren an der Konsole aktiv und feierte bereits zahlreiche große Erfolge. Seit dem vergangenen Sommer tritt er für den VfL Bochum an und blüht dort wieder zu alter Stärke auf. In der Virtual Bundesliga Club Championship schaffte 'Cihan' mit dem VfL die Meisterschaft in der Division Nord-West und den Sprung in die Endrunde. Dort gab es zwar das Aus in der Gruppenphase, 'Cihan' aber war nicht zu bezwingen und holte in seinen drei Einzeln jeweils einen Sieg. Insgesamt schloss der gebürtige Berliner die Saison mit 22 Siegen und 62 Toren ab, womit er staffelübergreifend zu den besten Spielern zählte.

In den Vorjahren war es etwas ruhiger um 'Cihan' geworden. Nach den ersten Schritten im professionellen eSport für SK Gaming und einem steilen Aufstieg beim FC Schalke 04 – er gewann unter anderem die Virtual Bundesliga – folgten ab 2017 drei schwierigere Jahre im Trikot von RB Leipzig. Zwar gab es mit dem zweiten Titel bei der ESL Frühlingsmeisterschaft 2018 noch mal ein Highlight, unterm Strich aber schien die Entwicklung von 'Cihan' zu stagnieren. "Ich wurde bei den weltweiten Turnieren im Stich gelassen. Es gab null Support", machte er 28-Jährige bei rblive.de seinem Ärger über die Bedingungen in Leipzig Luft. Anschließend folgte der Wechsel nach Bochum – im Ruhrgebiet scheint es nun wieder zu passen für 'Cihan'.

'Tim Latka': "Möchte nur noch Gutes bewirken"

Noch näher am Anfang seiner Karriere steht Tim 'Tim Latka' Schwartmann, dessen bisheriger Werdegang als Bilderbuch-Geschichte beschrieben werden darf. Im Alter von fünf Jahren stand er zum ersten Mal als Fan beim FC Schalke 04 in der Nordkurve, 2016 gewann er den "Knappen-Cup" und ist seitdem als FIFA-Profi für Königsblau am Ball. Ein Jahr später folgte mit dem Halbfinaleinzug beim FIFA eClub World Cup der erste große Erfolg, 2018 dann mit Platz eins in der NGL Championship der erste größere Titel. Die vergangene Saison in der VBL Club Championship verlief indes bescheiden. Mit Schalke verpasste 'Tim Latka' deutlich die Playoffs, mit nur neun Siegen erlebte der 22-Jährige auch individuell eine knifflige Spielzeit.

Für Schlagzeilen sorgte 'Tim Latka' derweil im vergangenen Jahr mit dem Verzicht auf FIFA-Points. Statt die zur Verfügung stehenden 2.000 Euro in sein Team zu investieren, hatte er sich kurz vor dem Release von FIFA 21 in Abstimmung mit Schalke dazu entschieden, das Geld zu spenden und sein Team alternativ aufzubauen. Damit nahm er anfängliche Nachteile bei Turnieren bewusst in Kauf, um ein Statement gegen Pay-to-Win-Mechanismen zu setzen. "Ich für meinen Teil möchte in der FIFA-Szene nur noch Gutes bewirken", sagte 'Tim Latka' damals in einem vereinsinternen Interview. Erfolg ist eben nicht alles.