23.10.2020 12:31 Uhr
Schalke, Bochum und Paderborn

VBL: Die Aussichten der westfälischen Vereine

von Niklas Aßfalg

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Foto: DFL
Foto: DFL
Ein Trio vertritt den westfälischen eFootball in der kommenden Saison der Virtual Bundesliga Club Championship, wir liefern eine Einschätzung zu den Chancen der Vereine.

Drei westfälische Klubs starten wie schon 2019 im November in die deutsche FIFA-Vereinsmeisterschaft, eine entscheidende Veränderung ist allerdings eingetreten: Der DSC Arminia Bielefeld hat sein eFootball-Engagement im Zuge der Corona-Krise auf Eis gelegt, der SC Paderborn stößt neu in die Riege. Bei den Bielefeldern dürfte auch die Erfolglosigkeit eine Rolle gespielt haben, die Arminia landete in der vergangenen Spielzeit nur auf dem 20. von 22 Plätzen und verpasste die Playoffs deutlich. Die Paderborner sind als Neuling ein unbeschriebenes Blatt im FIFA-eSport, bekannte Namen wurden bislang nicht als Teammitglieder verkündet – der SC wird seine Wettbewerbsfähigkeit erst unter Beweis stellen müssen. Als Favorit auf den Einzug in die K.o.-Spiele, die für die Plätze drei bis sechs an die reguläre Saison angrenzen, gelten die Ostwestfalen nicht. 

Vertrautere Gesichter stehen beim VfL Bochum unter Vertrag: Alexander 'Xander' Steinmetz hält den Blau-Weißen die Stange und wird auf die neue Saison brennen. Das Grand Final im Sommer verpasste er aufgrund einer bakteriellen Infektion, der Nachholversuch steht an. 'Xander' landete hinsichtlich der Siege (21) 2019/20 auf einem starken fünften Platz. Sein Doppel-Partner Jan-Luca 'Bassinho' Baß, mit dem er das zweitbeste Duo bildete, hat den Verein allerdings in Richtung Hoffenheim verlassen. An Steinmetz' Seite rückt fortan Cihan 'Cihan' Yasarlar, der deutsche Meister von 2017, der nach sportlich eher mäßigen Jahren wieder an die Spitze will. Kann der Routinier dieses Vorhaben in die Tat umsetzen und 'Xander' seine Leistungen aus der abgelaufenen Spielzeit bestätigen, ist in der stark besetzten Division Nord-West ein Platz unter den besten Sechs möglich – und somit die Chance auf den Einzug ins Grand Final der neugestalteten Club Championship.

S04 vor richtungsweisender Saison

Während der VfL die neue Runde mit dem Selbstbewusstsein eines sechsten Rangs in 2019/20 antreten kann, steht der FC Schalke 04 etwas in der Bringschuld. Die "Knappen" waren nur auf Platz zwölf eingelaufen, kein S04-Spieler schaffte den Sprung ins Grand Final des Einzelwettbewerbs. Das einstmalige westfälische Aushängeschild des eFootballs schwächelte in mehreren Phasen der Spielzeit, Kapitän und Leitwolf Tim 'Tim Latka' Schwartmann wusste zu selten zu überzeugen. Mit Joe 'JH7' Hellmann verpflichteten die Gelsenkirchener ein vielversprechendes Talent, mit Julius 'Juli' Kühle rückt ein Eigengewächs in den Profikader. Wer den abgewanderten Michael 'Deos' Haan als Stammkraft ersetzen wird, ist noch nicht bekannt. Die fehlende Erfahrung könnte ein Problem darstellen, es lastet Druck auf den Schalkern. Für S04 steht eine richtungsweisende Saison bevor, für den Einzug ins Spitzensextett könnte die Qualität trotz der schwierigen Vorzeichen reichen.